Partner + Projekte

 

Die aktuell bemerkenswerteste Zusammenarbeit findet mit dem Elternverein/Regionalverband
Autismus Siegen e.V.
statt.

Autismus Siegen e.V. wurde 1995 gegründet und hat seitdem 4 Therapiezentren aufgebaut, die derzeit 150 Autisten eine Beratungsmöglichkeit bieten. Der Verein wird von Eltern hauptsächlich frühkindlicher Autisten geführt und mit einer beeindruckenden Ausdauer schaffen die Eltern Lebenswelten für ihre (mitunter erwachsenen) Kinder und andere.

Ich freue mich sehr über das Vertrauen, was mir entgegen gebracht wird, indem ich am Aufbau der Mitte 2017 in Betrieb genommenen Wohnanlage für Autisten mitwirken darf.

Die neu entstandene Wohnanlage liegt am Rand einer Wohnsiedlung direkt am Wald, das Grundstück umfasst 6.000 qm und wird nach und nach erschlossen. Insgesamt wurden 4 zusammenhängende Häuser gebaut, die nach einem wundervollen Konzept ausgerichtet sind, bei dem es immer wieder etwas zu entdecken gibt. Es gibt insgesamt 3 Wohngruppen in drei farblich unterschiedlichen Häusern leben. Auf dem Bild zu sehen ist das gelbe Haus, was durch eine gelbe Fassade und gelbe Böden im Innenbereich zu erkennen ist. Die drei Wohngruppen sind baulich einerseits separat, doch gleichzeitig verbunden durch den gemeinschaftlich genutzten Innenhof/Sinnesgarten, den ich später gesondert vorstelle. Eine weitere Verbindung der drei Wohngruppen besteht darin, dass Hauswirtschaftsräume (Waschküche, Vorratskeller, kleine Werkstatt, Verwaltungs-, Besprechungsräume und Bewegungs- und Musikräume) in dem Vorderhaus gebündelt sind und ebenso gemeinschaftlich genutzt werden.

Das detailreiche Wohnkonzept sieht vor allem Transparenz und Vorhersehbarkeit bei gleichzeitigen Rückzugsmöglichkeiten für die Bewohner vor. Das wird gewährleistet, indem Räume, die gemeinschaftlich genutzt werden (Küchen, Wohnzimmer, Flure, Gärten) durch Fenster Einsicht gewähren, sodass die autistischen Bewohner (Maximal 20 Plätze) immerzu wissen, wer sich in dem Raum befindet und was dort gerade gemacht wird. So kann jeder für sich die Dosis an Interaktion regulieren.

Selbstverständlich findet in der gesamten Wohnanlage TEACCH Anwendung. Hier zu sehen in der Küche des gelben Hauses. Dadurch kann das Höchstmaß an Selbstständigkeit gefördert werden und es bleibt ordentlich ☺
Der gemeinsam nutzbare Innenhof zwischen den 4 Häusern ist ein besonderer Sinnesgarten.

Dieses Bild entstand als ich auf einem der großzügigen Sitzgelegenheiten Platz genommen habe und Frau Oerter mir erzählte, was sich wo in dem Sinnesgarten befindet. Der gelbe Kasten zum Beispiel ist eine Erfahrungskiste. Dort können die Bewohner oder die Betreuungspersonen etwas hineinlegen, dadurch Impulse setzen oder einfach Neugierde wecken. Alle Pflanzen in dem Sinnesgarten/Innenhof aber auch auf dem gesamten Gelände sind essbar, oder jedenfalls nicht schädlich. Daneben wurden explizit duftende und schmeckende Kräuter und Pflanzen gesät um die Sinne anzuregen und Neugierde zu wecken. Die Schaukel wird regelmäßig genutzt aber insbesondere auch der großzügige „Sandkasten“. Der Brunnen enthält Trinkwasser.

Wer genau hinsieht, erkennt dass die Wiese uneben ist – auch das ist so gewollt, um dass die Bewohner in dem Sinnesgarten auch diese motorischen Gleichgewichtssinne ansprechen können.

Von allen Häusern aus kann Einsicht in den Garten genommen werden. Das gesamte Gelände ist mit einem Zaum umfasst, sodass sich jeder Bewohner seinen Bedürfnissen entsprechend bewegen kann ohne in eine Notsituation zu geraten.
Bei meinem Besuch hatte ich durchweg Gänsehaut so viel Liebe steckt in diesem Projekt. Die bisher eingezogenen Bewohner fühlen sich nach anfänglicher Eingewöhnungszeit sichtlich wohl und drücken ihre Zufriedenheit aus. Die Eltern mussten lernen ihre „Kinder“ loszulassen und es gab durchaus enttäuschte Gesichter der Eltern, deren Kinder lieber in der Wohnanlage bleiben wollten anstatt zu den Eltern zurück ☺
Mein Aufenthalt dort war sehr herzlich und ich habe gespürt, dass das Konzept voll zum Tragen kommt. Man fühlt sich überhaupt nicht eingeengt – insgesamt ist alles sehr offen gehalten, das viele Glas, die vielen Fenster schaffen Aussicht, Weitsicht und ein sehr angenehmes Gefühl.

Ich wünsche den Bewohnern
+ ein Zuhause indem auf die individuellen Bedürfnisse Rücksicht genommen wird,
+ Betreuer und Mitwirkende, die einerseits ihre Bedürfnisse erkennen und respektieren
+ Und andererseits große Kreativität mitbringen ein Zuhause zu schaffen, indem die Bewohner sich wohlfühlen können

Den neuen Mitarbeitern dort wünsche ich viel Erfolg bei diesem besonderen Projekt und vor allem viel Spaß dabei zusehen zu können, wie sich kleine Wunder in der Entwicklung der Bewohner ereignen ☺ Eine leitende Mitarbeiterin sagte: „Wer seine Arbeit liebt braucht keinen Tag mehr arbeiten!“

Meine Hochachtung und Anerkennung geht an die federführenden Personen des Vereins, die sich gegen alle Widrigkeiten so aufgestellt haben, dass sie die bestmögliche Perspektive für ihre und andere autistischen Brüder, Kinder, Schwestern ermöglichen.
Teilhaben am Projekt:
Wie wir alle wissen, finanziert sich ein Bewohnerplatz durch die zuständige Sozialbehörde. Wie wir auch alle wissen sind diese Plätze auf ein Mindestmaß finanziert. Daher ist alles, was das Projekt so einzigartig und besonders macht durch Spenden finanziert. 10 Jahre arbeiten die Eltern daran den Bedürfnissen der Autisten gerecht werden zu können.

Was aktuell noch gebraucht wird sind Spenden wie zum Beispiel:
• Musikinstrumente
• Pflanzen
• Sitzgelegenheiten
• Lampen
• Grill
• Geldspenden

Was aber ebenso gebraucht wird sind Menschen, die das Projekt mit ihrer Arbeitskraft unterstützen wollen.

Mehr Infos gibt’s bei mir und hier geht’s zur Stellenanzeige:
http://www.autismus-siegen.de

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Zusammenarbeit mit IMKE HEUER

Imke Heuer: Imke Heuer studierte Anglistik und Geschichte, hat einen PhD in English and Related Literature von der Universität York, war als Dozentin tätig und hat mehrere Jahre in Großbritannien gelebt. Als Literaturwissenschaftlerin hat sie hauptsächlich zum späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts publiziert, insbesondere zum historischen Drama und Roman sowie zur Gothic Fiction. Unter anderem hat sie sich mit Darstellung von Behinderung im romantischen Drama befasst. Ihre Autismusdiagnose, die sie erst nach dem Abschluss ihrer Promotion erhielt, führte sie zu einer intensiven persönlichen, kulturwissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Auseinandersetzung mit der Thematik. Sie engagiert sich für bessere gesellschaftliche Aufklärung über Autismus und für erwachsene autistische Menschen, unter anderem bei autWorker/ autSocial e. V. Unter anderem hält sie Vorträge über Autismus bei Mädchen und Frauen, Autisten und Studium, Geisteswissenschaftler und Autismus, Sprache bei Asperger-Autisten sowie das Zusammenspiel von Autismus mit Komorbiditäten wie ADHS oder Dyspraxie.

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Zusammenarbeit mit GRADIENT POTENZIALE + BERUF

Wege in den 1. Arbeitsmarkt für Menschen mit dem Asperger-Syndrom

Ziel unserer Arbeit ist es, Menschen mit Asperger-Autismus den Zugang zum ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Durch Berufsorientierung und -vorbereitung, und die individuelle Unterstützung bei der Einarbeitung (Job-Coaching) werden Wege geebnet und der gegenseitige Perspektivwechsel gestärkt.

Schulungsangebote für beratende und begleitende Institutionen und Arbeitgeber verbessern zudem die Rahmenbedingungen für die berufliche Inklusion und das gegenseitige Verstehen.

Eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit informiert über die vielfältigen beruflich einsetzbaren und wertschöpfenden Potenziale von Menschen mit Asperger-Autismus.

Wir, Hanna Buhl und Gudrun Leiss, haben auf Basis bewährter Methoden und mehrjähriger Erfahrung in der Zusammenarbeit mit autistischen Menschen eigens zugeschnittene Arbeitsansätze entwickelt, die den autismus-spezifischer Lern- und Arbeitsbedingungen gerecht werden. Dabei arbeiten wir vorrangig in Berlin und Brandenburg, sind aber regional flexibel.

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Ansprechpartnerinnen:

Gudrun Leiss
Fon: 0171 850 24 97
leiss@gradient-berlin.de

Hanna Buhl
Fon: 0176 80 87 48 75
buhl@gradient-berlin.de
 

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